in Vino Veritas!






Podere Vallari | Der Weinbau

Weinkultur

Die italienische Weinkultur ist eine Kultur des Tafelweins. Wein darf nur, wie alle unsere Nachbarn uns bei unserer Ankunft 1981 mit erhobenem Zeigefinger warnten, zu den Mahlzeiten getrunken werden, dann schade selbst ein „Fiasco“ (1,5 Liter in der Korbflasche) nicht.

Um sich neben den guten Gerichten der italienischen Küche zu behaupten, muß der Wein kräftig durchgegoren, nicht zu süß, etwas kantig sein, um die Zunge wieder freizumachen für den nächsten Bissen oder den nächsten Gang. Das Etikett ist dabei unwichtig. In der Vergangenheit hat sich eine Familie nach und nach den Jahresbedarf direkt beim Erzeuger in 54 Liter Ballonflaschen gekauft, diese in kleinere Flaschen abgefüllt, ein dünner Ölfilm, der vor dem Verbrauch wieder entfernt wurde, schützte den Wein vor Oxidation.

Wichtig dabei war, dass man wusste, wo der Wein gewachsen war, die Landschaft, den Weinberg, den Weinbauern kannte. Beim Trinken schwangen dann all die Erinnerungen an das letzte Jahr, an das Wetter, die Sonne, Hagel und Regen, die eigenen Erlebnisse beim Hofbesuch mit. Wenn man den Wein trank, wusste man, was ihn so werden ließ, warum er dieses Jahr so schmeckte. Auch viele Urlaubsgäste nutzen diese Brücke durch den Wein, um die Erinnerungen an Urlaubserlebnisse, die Landschaft, das Klima wachzurufen.

Seit nunmehr 28 Jahren betreiben wir biologischen Wein- und Olivenanbau auf unserem Hof bei Riparbella in der Provinz Pisa. Der Hof hat 2 ha Rebflächen, die zum großen Teil wegen ihrer besonderen Eignung seit sehr langer Zeit dem Weinbau dienten (roter tiefgründiger Lehm, sandiger tiefgründiger Lehm, Konglomeratböden mit Lehmunterschichten, vulkanischer Verwitterungsboden auf Tuff) und in den Hügeln in Meeresnähe liegen. Es ist alles sehr kleinräumig und vielgestaltig.
Die Reben fanden wir beim Kauf des Hofes schon vor und wurden vom Vorbesitzer in den Weinbau und in die sehr einfache, nicht invasive Kellerwirtschaft eingewiesen.

Der Wein unserer Reben ist nicht das Produkt der Chemie der Kellermeister und ausgefallener Rebsorten, sondern der traditionellen Landsorte San Giovese (mit Anteilen von Malvasia und Trebbiano), der guten Böden, des günstigen Standortes und des jeweiligen Jahres mit seinem Wetter. Nur noch sehr wenig Wein wird so produziert, immer mehr wird gepanscht oder neue parfümierte Sorten werden angepflanzt. Wichtiger als der Weinberg ist manchmal die neue „Cantina“ , gebaut von einem Stararchitekten.

Unser Wein ist ungeschwefelt, d.h. außer einer kleinen Menge Sulfit bei der Weinlese, die nicht ausgewiesen werden muß, wird kein Schwefel zugesetzt. Viele Menschen reagieren auf Schwefel mit unruhigem Schlaf, schlechten Träumen, Verdauungsproblemen, Kopfschmerzen.
Bei unserem Wein sind sie davor sicher!
Der Wein ist auf Grund seines Alkoholgehaltes stabil. Nach 2-3 Jahren ist er besonders gut.

Unser Wein ist der Gemeinsamkeit und der Solidarität gewidmet, der Geselligkeit bei Tisch, dem Tischgespräch, inspirierter Unterhaltung, dem guten Essen, guten Schlaf, guten Träumen, guter Verfassung. Dem freien Kopf am Tag danach und einem langen Leben.

Um diesen Zielen zu dienen, haben wir bewusst darauf verzichtet, unseren Wein exclusiv zu machen, ihn mit tollen Etiketten oder viel Kellerkunst aufzupeppen. Wir wollen der Weinkultur des einfachen Mannes und der aussterbenden Tradition des Tafelweins Bestand und Qualität verleihen.


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